Volles Haus im „MeerHuus“ beim Neujahrsempfang der Gemeinde Großenbrode und des Großenbroder Tourismus-Service (GTS) am Sonnabendvormittag: Knapp 200 Bürgerinnen und Bürger waren der Einladung gefolgt und lauschten den Worten von Bürgermeister Peer Knöfle
Volles Haus im „MeerHuus“ beim Neujahrsempfang der Gemeinde Großenbrode und des Großenbroder Tourismus-Service (GTS) am Sonnabendvormittag: Knapp 200 Bürgerinnen und Bürger waren der Einladung gefolgt und lauschten den Worten von Bürgermeister Peer Knöfler und Tourismuschef Lars Widder. Letzterer ließ aufhorchen, als er den Wunsch äußerte, dass die Gemeinde einen erneuten Anlauf für eine Hotelansiedlung nehmen sollte. Bekanntlich hatte ein gestartetes Bürgerbegehren die Pläne am Kai 2022 vorläufig beendet. „Wir sollten uns alle mit dem Thema auseinandersetzen. Wer den Tourismus im Ort nachhaltig weiterentwickeln möchte, der muss neue Wege gehen“, so Widder. Mit den Einnahmen, die die Gemeinde durch ein 120-Betten-Hotel generieren würde, könnte auch die Verkehrssituation in der Strandstraße entzerrt werden, die für viele Bürger vor vier Jahren das K.o.-Kriterium darstellte. In 2025 habe Großenbrode bei den Übernachtungszahlen mit einem Plus von 2,48 Prozent solide zugelegt und den guten Trend aus 2024 (plus drei Prozent) bestätigt, teilte Tourismuschef Lars Widder mit. „Schaut man sich die Landeszahlen an, dann ist das alles andere als eine Selbstverständlichkeit und ein Beleg für die Beliebtheit des Ortes.“ Ausführlich wird Widder am heutigen Dienstag beim Tourismusabend im „MeerHuus“ (19 Uhr) berichten. Die Begrüßungsansprache hielt derweil Bürgermeister Peer Knöfler, der sich persönlich dafür eingesetzt hat, dass das Format „Neujahrsempfang“ nach mehrjähriger Pause wieder fester Bestandteil des Veranstaltungskalenders sein soll. „Das Motto ist klar: Wieder mehr miteinander reden als übereinander. Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel neu ausrichten“, so Knöfler. Kritik sei immer erlaubt und gehöre zur Demokratie dazu, aber auch Respekt gegenüber dem Ehrenamt sei Voraussetzung für ein positives Miteinander. Grundschulstandort wird fit für die Zukunft gemacht In 2025 habe die Gemeinde viele wichtige Projekte angeschoben und teilweise auch erfolgreich abschließen können. „Das Sportlerheim konnte nach dem verheerenden Brand frisch renoviert Wiedereröffnung feiern. Als Gemeinde haben wir einen 100000-Euro-Zuschuss gewährt, um die Küche hochwertig auszustatten“, so Knöfler. Während der Kunstrasenplatz nach Angabe einer Fachfirma noch fünf Jahre halten soll, werden die Flutlichtmasten zeitnah auf LED-Technik umgerüstet. Zudem hat die Gemeindevertretung den Weg geebnet, um den Grundschulstandort in die Zukunft zu führen. Zwei Millionen Euro werden nötig sein, um alle Umbauarbeiten für die Ganztagsbetreuung zu finanzieren. „Wir haben rechtzeitig eine Förderung beantragt, die 85 Prozent der Kosten abdeckt“, teilte der Bürgermeister mit. Hochwasserschutz bleibt wichtiges Thema Das Thema Hochwasserschutz werde die Gemeinde die kommenden Jahre noch intensiv begleiten. „Die Regionaldeiche konnten nach der schweren Sturmflut wieder instandgesetzt werden“, so Knöfler, der sich langfristig einen Landesschutzdeich für seine Gemeinde wünscht. Neue Heimat für Feuerwehr Das Thema Feuerwehr schnitt Knöfler nur kurz an und ging dabei nicht auf die Querelen des vergangenen Jahres ein, als mehr als 20 Feuerwehrkameraden mehrere Monate in den Streik gingen. „Das jetzige Feuerwehrgrundstück ist baurechtlich tot. Wir haben uns deshalb für eine Fläche am nördlichen Ortseingang entschieden, wo ein Neubau entstehen soll.“ Die Gemeinde werde die Fläche erwerben, die ersten Gespräche mit dem Eigentümer seien positiv verlaufen. „Wenn alles klappt, dann rechne ich mit dem ersten Spatenstich in 2028“, sagte Knöfler auf Heiligenhafener Post-Nachfrage. Die Baugrunduntersuchung werde in 2026 durchgeführt werden, auch die Archäologen werden das Areal genau unter die Lupe nehmen. Ehrungen für jahrelangen Einsatz Der Neujahrsempfang wurde auch dafür genutzt, um Ehrungen an verdiente Personen und Institutionen zu verleihen. Peter Thomm und Eric Reise nahmen stellvertretend für die erste und zweite Herrenmannschaft des SV Großenbrode eine Auszeichnung entgegen. Beide Teams konnten im Mai 2025 Aufstiege feiern. Joachim Zuza, der sich jahrelang in der Projektgruppe zur Dorfentwicklung engagiert hat, wurde ebenfalls geehrt. Gleiches gilt für Rüdiger Ehler, der krankheitsbedingt nicht vor Ort sein konnte. Ein weiteres Großenbroder Original ist Volker Schildknecht, der die Plattschnacker-Gruppe im Dorf leitet und ebenfalls eine Auszeichnung erhalten hat. „Ihr alle seid der Grund, dass das kulturelle Leben in Großenbrode so gut funktioniert und zu einem echten Aushängeschild geworden ist“, so Knöfler abschließend.

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RAHLF

Artikel teilen 17.02.2026

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